{
  "status": "Normative Reflexion · bewusst ergebnisoffen",
  "lead": "Der CPCI beschreibt Richtung und Kohärenz öffentlicher Förderimpulse. Er entscheidet nicht, welche fiskalische Priorität moralisch oder politisch richtig ist.",
  "primaryQuestion": "Soll knappe fiskalische Kapazität primär bestehende emissionsintensive Strukturen stabilisieren – oder deren Transformation, Klimaschadensbegrenzung und langfristige Resilienz finanzieren?",
  "dimensions": [
    {
      "id": "stability",
      "label": "Kurzfristige Stabilität",
      "detail": "Beschäftigung, regionale Wertschöpfung, Preise, Versorgungssicherheit und Übergangsschutz können reale Funktionen fossiler Förderung sein.",
      "tension": "konzentrierter unmittelbarer Nutzen"
    },
    {
      "id": "opportunity",
      "label": "Opportunitätskosten",
      "detail": "Jeder Förder-Euro fehlt für die beste realistische Alternative – etwa Dekarbonisierung, Netze, Retention, Anpassung oder Qualifikation.",
      "tension": "Nutzen gegen Alternativnutzen"
    },
    {
      "id": "lockin",
      "label": "Fiskalischer Lock-in",
      "detail": "Förderung kann Kapitalstock, Lieferketten und Interessen verlängern, Wechselkosten erhöhen und weiteren Förderbedarf wahrscheinlicher machen.",
      "tension": "Stabilisierung gegen Pfadabhängigkeit"
    },
    {
      "id": "distribution",
      "label": "Verteilung",
      "detail": "Nutzen kann bei Unternehmen, Branchen oder Regionen konzentriert sein; Klima- und Anpassungskosten sind häufig breiter, später und kumulativ verteilt.",
      "tension": "sichtbarer Nutzen gegen diffuse Kosten"
    },
    {
      "id": "generation",
      "label": "Generationen",
      "detail": "Heutige Infrastrukturentscheidungen prägen Emissionen und Folgekosten über Jahrzehnte. Die Gewichtung von Gegenwart und Zukunft bleibt eine Wertentscheidung.",
      "tension": "heutiger Vorteil gegen künftiges Risiko"
    },
    {
      "id": "polluter",
      "label": "Verursacher & Allgemeinheit",
      "detail": "Öffentliche Förderung und nicht vollständig internalisierte externe Kosten können dieselbe emissionsintensive Aktivität doppelt gesellschaftlich finanzieren.",
      "tension": "sektorale Wertschöpfung gegen allgemeine Last"
    }
  ],
  "transformationJustice": {
    "principle": "Menschen, Regionen und produktive Kapazitäten schützen, ohne das emissionsintensive Geschäftsmodell dauerhaft zu konservieren.",
    "measures": [
      "Beschäftigte absichern",
      "Qualifikation finanzieren",
      "Standorte umrüsten",
      "neue Wertschöpfungsketten aufbauen",
      "soziale Übergangskosten kompensieren",
      "regionale Abhängigkeiten reduzieren"
    ],
    "reframedQuestion": "Welche gesellschaftliche Funktion soll erhalten werden – und muss dafür tatsächlich das bisherige fossile Geschäftsmodell bestehen bleiben?"
  },
  "diagnosticRule": "Ein positiver CPCI ist kein Gütesiegel; ein negativer CPCI kein moralisches Urteil. Für normative Bewertung fehlen Zweck, Laufzeit, Alternativen, soziale Wirkung, Emissionswirkung, Verteilung und Lock-in-Risiko.",
  "closingQuestions": [
    "Soll öffentliche fiskalische Kapazität stärker den Status quo stabilisieren oder den Übergang zu einem emissionsärmeren, klimaresilienteren System finanzieren?",
    "Wie viel kurzfristige wirtschaftliche Stabilität ist eine Gesellschaft bereit gegen langfristige klimaökologische Risiken, Anpassungskosten und intergenerationelle Belastungen zu tauschen?"
  ]
}
